7. Dezember 2023: KI Tools an der OVGU

14:00 h | Sprache: Deutsch und Englisch | Konferenzraum des MPI Magdeburg, Sandtorstraße


 

Impulsvorträge und Podiumsdiskussion mit Experten der OVGU

Wir luden Sie ein zu einem intensiven Austausch zum Thema ChatGPT und andere KI Tools an der Uni - in der Lehre, für Abschlussarbeiten, zum Lernen, zum Schreiben - unser Ziel war es, zur Debatte beizutragen und auszuloten, wie wir mit den mächtigen Werkzeugen umgehen wollen und können.
Hier finden Sie jetzt die Präsentationen und eine kurze Zusammenfassung:

 

Rückschau

Schon während der Vorbereitung der Veranstaltung wurde schnell klar, dass es kaum möglich ist, eine feste Leitlinie zum Umgang mit „large language models“ (LLM) oder Künstlicher Intelligenz (KI) Tools im Rahmen der Wissenschaft festzulegen – zu schnell entwickeln sich die verfügbaren Werkzeuge weiter, zu ungewiss sind auch die Perspektiven, und das, was uns heute noch sicher scheint, ist morgen vielleicht schon überholt.

In der Summe bleibt sehr viel Gelassenheit. Gab es vor einem Jahr, als ChatGPT veröffentlich wurde, noch einige sehr restriktive Sichtweisen, KI-Tools in Abschlussarbeiten grundsätzlich zu verbieten, so war in der Veranstaltung am 7.12.2023 an der OVGU eher der gegenteilige Gedanke vorherrschend: Ist es überhaupt wichtig, explizites Benennen der Nutzung von KI-Tools zu fordern – wird es nicht in kurzer Zeit ohnehin so sein, dass quasi für jede Arbeit solche Hilfsmittel genutzt wurden, und wird es uns nicht in wenigen Jahren so selbstverständlich vorkommen wie die Nutzung von Auto, Fernseher oder Taschenrechner?

Einige wichtige Perspektiven aus der Veranstaltung sind noch zu nennen:

  • LLMs werden die menschliche Kreativität nicht ersetzen – sie sind Werkzeuge, die das Schreiben, Übersetzen und Umformulieren von Texten ungemein erleichtern. Die Erkenntnis/ der wissenschaftliche Fortschritt werden nicht durch solche Tools ersetzt werden.
  • Die Bewertung des geschriebenen Textes nach korrekter Sprache, Rechtschreibung, Grammatik ist zukünftig weniger relevant – denn hier helfen die neuen Werkzeuge, eine gewissen Mindestqualität ohne große Mühe zu erreichen. Die inhaltliche Bewertung der wissenschaftlichen Fragestellung und ihrer Bearbeitung, der Methoden, der Analysen und Interpretation der Ergebnisse werden dafür aber stärker in den Fokus rücken. Damit steigt möglicherweise die Fairness von Benotungen. Mündliche Prüfungen und Verteidigungen werden an Relevanz gewinnen, ebenso wie die Einbeziehung des Erstellungsprozesses einer wissenschaftlichen Arbeit gegenüber der reinen Bewertung der fertigen Arbeit.
  • Es wird zukünftig immer wichtiger werden, grundlegende Fähigkeiten zu besitzen, KI-Tools zu verwenden und diese mächtigen Hilfsmittel unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken sinnvoll einzusetzen. Universitäten werden daher diese Fähigkeiten vermitteln (müssen), in den regulären Lehrveranstaltungen ebenso wie vielleicht auch in einer Art (verpflichtendem?) Basiskurs für alle Fächer.
  • Ein wichtiges Ziel ist dabei, einen „Digital Divide“ zu vermeiden, sowohl unter den Studierenden als auch unter den Lehrenden. Eine KI-Kompetenz („AI Literacy“) wird angestrebt, so dass Lehrende und Studierende gleichermaßen den kritischen Umgang mit KI generierten Texten gelernt haben. Das Reproduzieren von Vorurteilen kann z.B. ein Effekt der LLM sein, der entdeckt und vermieden werden muss.
  • Universitäten werden möglicherweise Lizenzen zur Nutzung kommerzieller KI-Tools abschließen (müssen), denn hinter diesen Tools stehen große Tech-Konzerne, die damit Geld verdienen. Parallel ist die Förderung der Entwicklung von Open-Source-KI-Tools wünschenswert.

 

Interview mit ChatGPT

eigenraumThomas Kahle hat in seinem Podcast ein Interview mit ChatGPT geführt - der Professor plaudert mit der KI, ein super spannendes Experiment, das etwas Gänsehaut hinterlässt:

https://eigenpod.de/eig018-chatgpt/

 

 

Aufzeichnung  des Vortrags "KI trifft Philosophie: Was versteht ChatGPT?"


 

Letzte Änderung: 29.02.2024 - Ansprechpartner: Webmaster