Veröffentlichung der Dissertation

Publikationspflicht/-formen
Digitale Dissertation auf dem Universitätsserver
Selbstverlag
Dissertationsverlag
Fachverlag
Printing on Demand
Open Access Publishing
Open-AIRE-Projekt
Urheber- und Verlagsrecht

Publikationspflicht

In der Promotionsordnung Ihrer Fakultät ist festgelegt, welche Anforderungen Sie erfüllen müssen, um Ihre Dissertationsarbeit als "veröffentlicht" anerkennen zu lassen. In der Regel sind verschiedene Formen der Veröffentlichung zugelassen, wie beispielsweise die Aushändigung gedruckter Exemplare, die Bereitsstellung auf dem Server der Universität, den Vertrieb über einen wissenschaftlichen Verlag oder den Abdruck in einer wissenschaftlichen Zeitschrift.
Bitte beachten Sie: Vor der Erteilung eines Auftrages benötigen Sie die förmliche Druckfreigabe Ihrer Gutachter.

Welche Art der Veröffentlichung ist die richtige für mich?

Nicht immer ist die Erfüllung der Mindestanforderungen durch die Universität auch die beste Option für Ihre Situation. Entscheidende Faktoren Ihrer Wahl können sein:

  • die Kosten der Veröffentlichung
  • der zusätzliche Zeitaufwand bspw. für Manuskriptformatierungen
  • die Reputation des Verlages bzw. die Reichweite der Datenbank
  • die Verbreitung und die Sicherung der Verfügbarkeit Ihrer Arbeit
  • die Bearbeitungszeit bis zur Veröffentlichung

Abhängig von Ihren finanziellen und zeitlichen Ressourcen sollten Sie sich die Frage stellen, inwiefern Ihnen für Ihren weiteren Karriereverlauf die größtmögliche Verbreitung Ihrer Arbeit und das Renomee des Publikationsmediums von Nutzen sein können.

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Formen der Publikation

Digitale Dissertation auf dem Universitätsserver

Die Otto-von-Guericke-Universtität bietet, wie viele andere Universitäten auch, die Möglichkeit Ihre Dissertation in elektronischer Form auf dem Server der Universitätsbibliothek kostenlos zu veröffentlichen. Über Metadatenbanken wie DartEurope wird Ihre Arbeit dann europaweit recherchierbar.

Weiterführende Links:
Informationen der UB Magdeburg   
DissOnline der Deutschen Nationalbibliothek: Informationen rund um die digitale Dissertation

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Selbstverlag

Sie sorgen selbst für den Druck Ihrer Dissertation, z.B. in einem Copyshop, und lassen sie in die Universitätsbibliographie der UB Magdeburg aufnehmen.

Weiterführende Links:
Meldeverfahren für Publikationen an der UB Magdeburg

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Dissertationsverlag

Neben großen und kleineren Fachverlagen gibt es auf Dissertationen spezialisierte Verlage. Diese haben i.d.R. reduzierte Druckkostenbeteiligungen oder bieten gar einen kostenlosen Druck Ihrer Arbeit an. Bei der Vielzahl an Angeboten, mit denen sich diese Verlage präsentieren, ist immer anzuraten sonstige versteckte Kosten oder Nachteile aufzudecken. Um den Druck Ihrer Arbeit zu finanzieren, kann es sein, dass der Verlag Sie als Autor*in gänzlich von Erfolgsbeteiligungen im Verkauf ausschließt, das Layout und Qualitätskontrollen spartanisch gestaltet oder auf Marketingmaßnahmen verzichtet.

Eine Auswahl an Dissertationsverlagen aller Fachrichtungen:

Dissertationsverlag Dr. Hut München
Verlag Dr. Kovač Hamburg
Shaker Verlag
Sierke Verlag Göttingen 
Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften (SVH)
Akademische Verlagsgemeinschaft München (AVM)
Optimus Verlag Göttingen
Mensch & Buch Verlag Berlin

Eine Auswahl an Dissertationsverlagen verschiedener Fachgebiete:

Tectum Verlag: Kultur-, Sozial-, Wirtschafts-, Rechtswissenschaften
Verlag Alma Mater Saarbrücken: Geisteswissenschaften, insb. Wirtschafts-und Rechtswissenschaften
Cuvillier Verlag Göttingen: Geistes-, Ingenieur-, und Naturwissenschaften
Campus Verlag Frankfurt am Main: Geisteswissenschaften. Bei englischsprachigen Diss. Vertrieb weltweit

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Fachverlag

Einen höheren zeitlichen wie auch finanziellen Aufwand bedarf es, wenn Sie in einem renommierten wissenschaftlichen Verlag Ihres Fachgebietes publizieren wollen. Dieser kann sich aber lohnen, wenn Sie eine akademische Karriere planen, denn: Ihrer Arbeit wird tendenziell eine höhere Qualität beigemessen, wenn sie in einschlägigen Verlagslisten neben namhaften Autor*innen erscheint, und kann mit einer größeren Verbreitung und Rezeption des Werkes rechnen.

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Printing on Demand

Eine kostengünstige Variante zur klassische Verlagspublikation ist die des Printing on Demand (PoD). Hierbei wird die Datei Ihrer Dissertationsarbeit bei einem Verlag abgespeichert und das Buch nur dann gedruckt, wenn es nachgefragt wird. Dadurch müssen Sie als Autor*in keine Mindestauflagenzahlen erfüllen oder Lagerhaltungskosten zahlen. Trotzdem erscheint Ihre Arbeit wie reguläre Erscheinungen auf der Liste verfügbarer Bücher und kann mit einer ISBN-Nummer versehen werden.

Eine Auswahl an PoD-Verlagen:

Verlagshaus Monserstein und Vannerdat (auch unter ruckzuckbuch.de)
Books on Demand
epubli -Verlagsgruppe Holtzbrinck

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Open Access Publishing

Die Open-Access-Bewegung verfolgt das Ziel wissenschaftliche Literatur frei und für jeden einsehbar im Internet verfügbar zu machen. Auf diese Weise sollen die allgemeine Wissensverbreitung und die wissenschaftliche Arbeit erleichtert werden. Damit bricht die Bewegung mit alter Tradition und überlässt es den Nutzer*innen wissenschaftliche Informationen barrierefrei zu drucken, zu vervielfältigen oder zu durchsuchen (unter Wahrung des Copyright des Autors/der Autorin). Seit sie ins Leben gerufen wurde, hat die Open-Access-Bewegung viel Unterstützung erfahren und wird in Deutschland u.a. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG vorangetrieben, nicht zuletzt indem sie Open-Access-Publishing in ihren Förderrichtlinien verankert hat.
In Open-Access-Verlagen und Open-Access-Zeitschriften können Sie als Promovend*in ebenfalls Ihre Dissertation veröffentlichen. Es werden unterschiedliche Strategien unterschieden: Erstveröffentlichung per Open-Access (goldener Weg), zeitgleiche oder nachträgliche Archivierung (grüner Weg) und die Veröffentlichung per Open-Access jenseits herkömmlichen des Vertriebs (grauer Weg). Letzteres beschreibt zum Beispiel die digitale Veröffentlichung auf Uniservern (siehe oben). Zentrale Fragen für Sie als Autor*in wie die Finanzierung einer solchen Form der Publikation, die wissenschaftliche Anerkennung oder die Sicherung Ihrer eigenen Rechte werden auf der unten genannten Seite beantwortet. Bitte beachten Sie auch den hilfreichen Link von ScholaryOA, der potentielle schwarze Schafe im Open Access Publishing aufzeigt und wie diese festzumachen sind.

Weiterführende Links:
Open Access Informationsplattform
Liste fragwürdiger Open Access Publisher (Zusammenstellung von Jeffrey Beal)

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OpenAIRE-Projekt der EU

Die freie Verfügbarkeit wissenschaftlicher Werke wird nicht zuletzt durch die EU vorangetrieben, welche Open Science zu einem erklärten Ziel der digitalen Agenda im Horizon 2020-Programm gemacht hat. Für H2020-Fördermittelempfänger*innen beispielsweise ist die freie Veröffentlichung der Forschungsergebnisse obligatorisch. Mithilfe des OpenAIRE-Projekts wurde eine Struktur geschaffen, die es sowohl vereinfachen soll als Wissenschaftler*in Zugang zu wissenschaftlichen Quellen zu bekommen als auch eigene Forschungsarbeiten zu veröffentlichen.

Weiterführende Links:
OpenAIRE-Plattform
Informationen der Europäischen Kommission zu Open-AIRE

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Urheberrecht und Verlagsrecht

Urheberrecht

Das deutsche Urheberrechtsgesetz schützt den Erschaffer/ die Erschafferin jedes Werkes aus Literatur, Wissenschaft und Kunst. Es greift im Moment der Werkentstehung und sichert dem/ der Schöpfenden das alleinige Recht auf Nutzung und Verwertung. Dem Autor/ der Autorin eines wissenschaftlichen Textes obliegt damit das Recht zu entscheiden, ob und in welcher Form das Werk verbreitet und vervielfältigt wird, oder ob es verändert werden darf. Im Falle einer gemeinsamen Autorenschaft tragen die anderen Autor*innen das Miturheberrecht und müssen jeder dieser Entscheidungen zustimmen.
Das Urheberpersönlichkeitsrecht wirkt bis über den Tod hinaus (70 Jahre nach Ableben), sodass keinerlei Nutzung und Veränderung ohne Zustimmung des Autors/der Autorin möglich ist.

Verwertungsrecht

Neben diesem unübertragbaren Urheberpersönlichkeitsrecht gilt das Verwertungsrecht, welches die wirtschaftliche Nutzung des Werkes regelt und vom Autor/ von der Autorin auf andere übertragen werden kann. So ist es möglich, das Recht auf die Verwertung des eigenen Werkes an einen Verlag zu übertragen. Das umfasst laut Verlagsrecht (§ 8 VerlG) zunächst das ausschließliche Recht, ein Werk der Literatur oder Tonkunst (bspw. Notenmaterial) zu vervielfältigen, kann aber auch die Übertragung sogenannter Nebenrechte umfassen. Darunter fallen das Recht des Autors/ der Autorin zum Vortrag, zur Wiedergabe durch Bild- und Tonträger, Funksendungen oder TV.

Verlagsvertrag

In der Regel wird in einem Verlagsvertrag zwischen Autor*in und Verlag festgelegt, dass die Verbreitungsrechte inklusive der Nebenrechte auf den Verlag übertragen werden. Das Urheberpersönlichkeitsrecht ist davon keinesfalls betroffen, sondern verbleibt unveräußerlich beim Urheber. Der Verleger verpflichtet sich im Gegenzug dazu, das betroffene Werk zu verbreiten und gemäß Absprache ein Honorar an den Urheber zu zahlen. Dadurch entsteht ein dauerhaftes Schuldverhältnis zwischen beiden Parteien, welches jedoch aus wichtigen Gründen aufgelöst werden kann, z.B. wenn der Verlag nicht in der Lage ist eine neue Auflage des Werkes in einer angemessenen Frist zu produzieren.

Grenzen des Urheberrechts

Dem Urheberrecht wurden in den vergangenen Jahren vermehrt Schranken auferlegt, welche die Vervielfältigung und Verbreitung insbesondere von wissenschaftlichen Werken zulässig macht. Nicht nur die Erzeugung von Kopien für den Privatgebrauch, sondern auch die Verbreitung von Textausschnitten an (Hoch-)Schulen sowie die digitale Verbreitung über E-Mail und Intranet sind somit in bestimmten Rahmen erlaubt. Dennoch soll dem Urheberrecht des Autors/ der Autorin finanziell gerecht werden, indem Pauschalvergütungen von potentiellen Vertreibern eingezogen und bpsw. von der Verwertungsgesellschaft VG Wort an den Urheber*in ausgeschüttet werden.

Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte

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Letzte Änderung: 18.12.2017 - Ansprechpartner:

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