Gute wissenschaftliche Praxis

Informieren Sie sich hier über Ihre Verantwortung als Wissenschaftler*in und holen Sie sich Hilfestellungen, wie Sie dieser Verantwortung gerecht werden können.

Inhalt:
Definition durch die DFG
Grundprinzip guter wissenschaftlicher Praxis
Allgemeine Empfehlungen der DFG
Kriterien einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit
Kriterien wissenschaftlichen Fehlverhaltens
Gute Doktorandenbetreuung
Whistleblowing

Was ist gute wissenschaftliche Praxis?

Der Ausdruck "gute wissenschaftliche Praxis" hat sich seit Ende der 1990er  zu einem Begriffsbündel entwickelt, welches die professionelle Qualität im Wissenschaftssystem sichern soll. Es umfasst Regeln und Empfehlungen, wie im Arbeitsalltag wissenschaftsethischen Maximen gerecht werden kann. Die Kommission der deutschen Forschungsgemeinschaft DFG verabschiedete zu diesem Zweck erstmals 1998 Empfehlungen, die von den DFG geförderten Hochschulen und Forschungseinrichtungen etabliert wurden. Erst im Jahr 2013 wurden diese Empfehlungen aktualisiert und um weitere ergänzt. Die nun 17 Empfehlungen umfassende Denkschrift ist handlungsleitend für wissenschaftliche Institutionen in Deutschland.

Website der DFG zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis (Denkschrift und Verfahrensleitfaden)

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Grundprinzip guter wissenschaftlicher Praxis

Unter dem Primat der Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber, lässt sich das Prinzip wissenschaftlicher Arbeit folgendermaßen zusammenfassen:

  • nachvollziehbare, nachweisbare und einsehbare Dokumentation aller Resultate
  • konsequente Selbst-und Fremdkritik der Ergebnisse
  • Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und  Vorgängern

Dieses Grundprinzip ist zugleich die erste Empfehlung der DFG-Denkschrift und soll zu jedem Zeitpunkt von wissenschaftlichen Institutionen ermöglicht und von den Individuuen umgesetzt werden.

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Allgemeine Empfehlungen der DFG

Weiterhin beinhalten die 17 Empfehlungen der DFG Strukturhinweise, wie eine Organisationskultur etabliert werden kann, die zum einen den Ansprüchen guter wissenschaftlicher Praxis gerecht wird und zum anderen wissenschaftliches Fehlverhalten sanktioniert. Dahingehend behandelt die DFG Themen wie

  • die Zusammenarbeit und Leitungsverantwortung in Arbeitsgruppen
  • die Sicherung und Aufbewahrung von Primärdaten (min. 10 Jahre)
  • die Stärkung des Ombudswesens (mehr unabhängige Ansprechpersonen etablieren)
  • den Fokus auf qualitative anstelle von quantitativen Kriterien der Leistungsbewertung
    (z.B. in Bezug auf Publikationen)
  • Festlegung von Verfahren bei wissenschaftlichem Fehlverhalten
  • wissenschaftliche Veröffentlichungen
  • den Umgang mit Whistleblowern

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Promotionsrelevante Empfehlungen

Kriterien einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit

Sie als angehende Wissenschaftlerin oder angehender Wissenschaftler sind im Verlauf Ihrer bisherigen Studien bereits vielfach mit den Anforderungen an wissenschaftliche Arbeiten konfrontiert worden. Für Qualifikationsarbeiten wie die Dissertationsschrift gilt es insbesondere, sich dem höchstmöglichen Anspruch an Wissenschaftlichkeit zu stellen. Die Einhaltung des wissenschaftlichen Grundprinzips wird Sie sicher zur Anerkennung der Promotion führen. Konkrete Hinweise auf die Eigenschaften einer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit liefern Ihnen darüber hinaus die unten genannten Positionspapiere.

Weiterführende Links:
Positionspapier des Allgemeinen Fakultätentages und des deutschen Hochschulverbands
Positionspapier des Wissenschaftsrates zur Sicherung der Qualität bei Promotionen
Informationsbroschüre zum wissenschaftlichen Arbeiten von kisswin.de

Kriterien wissenschaftlichen Fehlverhaltens

Die Otto-von-Guericke-Universität hat auf Grundlage der DFG-Empfehlungen Leitlinien für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten ausgearbeitet und Merkmale einer grob fahrlässigen oder eigentumsverletzenden Arbeit definiert.

Gute Doktorandenbetreuung als Instrument guter wissenschaftlicher Praxis

Die DFG betrachtet die bestmögliche Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als Präventionsarbeit. Erfahrene Wissenschaftler*innen sind demnach in der Verantwortung Nachwuchswissenschaftler*innen zu unterstützen. Die Empfehlung 4 der DFG widmet sich ausschließlich dem Thema Nachwuchsförderung und fordert, dass jedem Doktorand und jeder Doktorandin angemessene wissenschaftliche Förderung zugute kommen soll, indem seine/ihre Betreuung gewährleistet wird. Für jeden soll es einen ersten Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin geben. Neben dieser Bezugsperson sollen weitere Ansprechpartner zur Unterstützung in Konfliktsituationen etc. bekannt sein. Die DFG empfiehlt zudem verstärkte Kommunikation in wissenschaftlichen Arbeitsgruppen, Unterstützung in der Karriereplanung und die Erstellung eines konkreten Betreuungskonzeptes für Promovierende.

Wissenschaftliche Selbstkontrolle: Whistleblower

Wer den Verdacht auf ein wissenschaftlliches Fehlverhalten äußert, bedarf der DFG zufolge eines besonderen Schutzes. In ihrer Empfehlung 17 fordert sie die Bewahrung vor Nachteilen für das eigene berufliche Fortkommen. Insbesondere für Nachwuchswissenschaftler*innen, so wird unmissverständlich klar gemacht, darf es zu keiner Behinderung der Ausbildung oder Benachteiligung bei der Erstellung von Abschlussarbeiten kommen. Die Verdachtsnennung hat im guten Glauben zu erfolgen und von den darüber entscheidenen Instanzen vertraulich behandelt zu werden.
An der Otto-von-Guericke-Universität gibt es dafür eine Kommission für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten.

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Letzte Änderung: 03.07.2018 - Ansprechpartner:

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